Beratungsstelle Extremismus: Was tun, wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt?

Was tun, wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt?

Veröffentlicht am 30.9.2016

Wenn der Vater denkt, die Welt werde von Reptiloiden beherrscht oder die Schwester ihr Kind nicht mehr aus dem Haus gehen lässt, weil sie Angst hat vor einem Pädophilen-Ring, dann sind Angehörige oft verzweifelt und wissen nicht was tun, wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt.

Auch wenn es mitunter schwerfällt: Bleiben Sie wertschätzend und sachlich. Behandeln Sie die Person mit Respekt, werten Sie das Gegenüber nicht ab, indem Sie Worte wie “irr”, “absurd” oder “Covidiot” verwenden.

Versuchen Sie nicht, die Person mit Argumenten zu überzeugen – das gelingt in den seltensten Fällen und führt im Gegenteil eher zu Abwehrhaltungen.
Diskutieren Sie nicht über einzelne Verschwörungserzählungen, sondern fragen Sie nach generellen Werthaltungen und Weltanschauungen. Sprechen Sie auch über Ihre eigenen Werte und Weltanschauungen.

Fragen nach den Quellen von Verschwörungstheorien können hilfreich sein: Gibt es weitere Belege für die Theorie? Welche weiteren Informationen werden von der Seite verbreitet? Gibt es einen Verfasser/eine Verfasserin der Theorie?

Zeigen Sie Interesse für die individuellen Geschichte der betroffenen Person: Was steckt hinter der Hinwendung zu Verschwörungserzählungen? Gibt es etwas, wovor die Peron Angst hat? Fühlt sie sich benachteiligt oder ungerecht behandelt? Welche Funktion könnte die Verschwörungserzählung haben?

Beziehen Sie Position gegenüber abwertenden Tendenzen einer Verschwörungstheorie oder einer Gruppierung. Benennen Sie antisemitische oder rechtsextreme Tendenzen.
Ziehen Sie Grenzen. Wenn eine Diskussion zu keinem Ergebnis führt, kann es sinnvoll sein, das Thema generell zu meiden.

Suchen Sie Unterstützung: 0800 2020 44 oder office@beratungsstelleextremismus.at

Mehr zum Thema:

Themenbeitrag: Verschwörungstheorien

Podcast zu Verschwörungstheorien