Antifeminismus begegnen – Toolbox für die Offene Jugendarbeit
Antifeministische Narrative und Haltungen finden aktuell insbesondere bei jungen Menschen Anklang. In Sozialen Medien werden Jugendliche tagtäglich mit antifeministischen Erzählungen und LGBTIQ+ feindlichen, antipluralistischen Ansichten konfrontiert: Sei es in Form der Ideologisierung junger Männer durch negative „Vorbilder“ wie Andrew Tate oder junger Frauen durch die Popularisierung traditioneller Frauenbilder (z.B. sogenannte „Tradwifes” oder „stay-at-home-girlfriends”). Gleichzeitig sind gerade Jugendliche mit multiplen Krisen konfrontiert. In einer Zeit, in der es oftmals an positiven Vorbildern fehlt, stellen diese Trends und Narrative ein Einfallstor in antifeministische Einstellungen oder Weltbilder dar.
Gerade Fachkräften der Offenen Jugendarbeit mangelt es oftmals an Tools und didaktischen Ansätzen, um antifeministischen und LGBTIQ+ feindlichen Äußerungen und Weltbildern entgegenzutreten und mit Jugendlichen hierzu (auch im Sinne der Prävention) zu arbeiten. Mit dem Projekt „Antifeminismus begegnen – Toolbox für die Jugendarbeit“ setzt die Beratungsstelle Extremismus in Zusammenarbeit mit dem Institut für Konfliktforschung an dieser Problemstellung an.
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer Handreichung für Fachkräfte der Offenen Jugendarbeit, welche unterschiedliche Materialien und didaktische Ansätze zur Verfügung stellt, um in antifeministische und LGBTIQ+ feindliche Narrative und Welterklärungen intervenieren zu können und diese besprech- und reflektierbar zu machen. Im Sinne der Extremismusprävention geht es darum, in der Arbeit mit Jugendlichen Dialogfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und Resilienz aufzubauen – angesichts der Popularisierung und Normalisierung von Antifeminismus und LGBTIQ+ Feindlichkeit auf Social Media, kommt hierbei auch kritischer Medienkompetenz eine wesentliche Bedeutung zu.
Um besser zu verstehen, welche Inhalte Jugendliche im Netz konsumieren, wie sie diese einordnen und welche Influencer:innen sie gut finden und um konkrete Bedarfe von Jugendarbeiter*innen zu erheben, führen wir aktuell eine Fragebogenerhebung unter Jugendarbeiter*innen und Jugendlichen ab 14 Jahren in ganz Österreich durch.
Hier geht es zu den Fragebögen für Jugendliche und für Jugendarbeiter*innen. Vielen Dank für die Teilnahme!
Das Projekt „Antifeminismus begegnen – Toolbox für die Jugendarbeit“ wird mit Mitteln des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert. 